Der zweite Tag der lokalgold Genusstour führte mich in den Nordschwarzwald. Genauer gesagt zum Duttenhoferschen Apfelgut nach Sulz-Hopfau, wo Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer leben und arbeiten – vorausgesetzt sie befinden sich nicht gerade auf kulinarischen Entdeckungsreisen…
Bei angenehm früh-sommerlichen Außentemperaturen entwickelte sich schnell ein anregendes Gespräch begleitet von immer neuen Köstlichkeiten aus dem reichhaltigen und erlesenen Apfel-Portfolio. Den Anfang machte der Pomme-Cidre. Halbsüß mit deutlichen Anklängen an den später gereichten, frisch gepressten Apfelsaft Pomme-Pure. Mit nur 3 % Alkohol genau das richtige für den heißen Frühsommertag. Zudem besonders empfohlen zu süßsauren und scharfen Gerichten der asiatischen Küche, aber auch zu einem ganz normalen Vesper mit Schwarzwälder Speck, Schinken und Wurst.
Mit dem Pomme-Secco folgte ein perlender Apfelwein, der aus handgepflückten, aromatischen Tafeläpfeln gewonnen wird und der (je nach Jahrgang) 5,5 bis 8 % Alkoholgehalt besitzt. Ein ebenfalls erfrischendes Sommergetränk für alle, die es ein wenig runder und fruchtiger lieben. Der „normale“ Pomme-Secco ist sekt-trocken mit 20 g Restzucker. Für die „hartgesottenen“ Trockentrinker durfte ich auch eine Variante mit lediglich 6,5g Restzucker kosten, die voll durchgegoren und spritzig-herb ist.
Danach wurde ein in Barriques gereifter Apfelwein Jahrgang 2004 gereicht. Ein weiterer idealer Sommerwein, der sich nicht nur prima als Durstlöscher, sondern auch zum Vesper und zu Vorspeisen sowie insbesondere zu Fischgerichten (Matjes und eingelegte Heringe!) eignet. Mit 7,5 % Alkohol leichter als ein vergleichbarer Wein aus Trauben, jedoch mit einer feinen, zart vom Barrique getönten, aber doch apfelfruchtigen Nase.
Begleitend zur dezenten Verkostung der hochwertigen Alkoholika (leider musste ich noch verkehrstauglich zurück fahren) wurde eine beeindruckende Auswahl von Spezereien – Gelees und Konfitüren (die durch den hohen Fruchtanteil eigentlich „Fruchtaufstriche“ genannt
werden müssten) gereicht, die herrlich zu den Käsespezialitäten von Karl-Josef Fuchs aus dem Münstertal harmonierten. Alle Zutaten werden von Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer eigens angebaut und führen zu immer neuen, völlig unbekannten Geschmackserlebnissen – Gravensteiner Apfelgelee mit Basilikum, Apfel-Konfitüre mit Ingwer und Chili, Apfel-Mostarda aus reifen Äpfeln (Champagner-, Ananas- und Landberger Reinette, Boskoop, Cox Orange, Rubinette, Elstar) mit Zucker und Zitronensaft gekocht, mit Senföl senf-bissig abgeschmeckt), Quitten-Mostarda, Confit von grünen Tomaten sowie eine ungewohnte, aber sehr interessante Zwiebel-Konfitüre (Zwiebeln wurden mit Zucker, Apfelessig, Pfefferkörnern, Senfsaat, Chili, Piment und etwas Kardamom eingekocht und mit Zitronensaft erfrischt).
Der „DUTTENHOFER Klassiker“ Pomme-Brut ist ein sehr trockener Apfelschaumwein aus ausgewählten, handgepflückten Äpfeln, der in Holzfässern (Barriques) ausgebaut und gemäß der klassischen Methode – Flaschengärung und handgerüttelt – hergestellt wird. Das aufwendige Verfahren führt jedoch zu einem Geschmackserlebnis, das dem Champagner sehr ähnlich ist. Dem hohen Genuss noch nicht genug durfte ich ferner die Unterschiede der Jahrgänge 1997 und 2001 in all ihren Feinheiten schmecken und dazu noch fachkundig erläutert bekommen…
Den „krönenden“ Abschluss bildete der DUTTENHOFER Pomme-Pure, ein prickelnder Apfelsaft oder auch „Cidre ohne Alkohol“ genannt. Der auf dem Gut gepresste Saft wird nach der Klärung mit Kohlensäure angereichert und abgefüllt. Er bleibt also roh und wird nicht pasteurisiert! So entsteht ein reintöniger und aromatischer, nach frischen Äpfeln schmeckender Saft, dem außer der Kohlensäure keinerlei (konservierende oder aromatisierende) Stoffe oder Zucker zugesetzt werden – natürlich ohne Alkohol. Abgefüllt in einer klaren Sekt-Flasche, weil der Saft unter Druck steht. Diesen durfte ich zum Einen sortenrein als Cox Orange mit der typischen, hocharomatischen Würze und zum Anderen als sorgfältig komponierte Cuvée aus verschiedenen Apfelsorten genießen. Elstar brachten die apfelige Frische, Glockenäpfel ihre elegante Säure, Idared ein feines Aroma, Jonagold und Gloster eine volle, angenehme Frucht und Süße.
Liebe Frau Meuth, lieber Herr Neuner-Duttenhofer, ich bedanke mich an dieser Stelle noch einmal aufrichtig bei Ihnen für die ausladenden Stunden herzlichster Gastfreundschaft und die Vielzahl einzigartiger Genuss- und Geschmackserlebnisse.
Es folgt in Kürze der dritte und letzte Teil der lokalgold Genusstour, dann mit Erkundungen aus der Rhön…
Die erlesenen Apfelweine des Duttenhoferschem-Apfelgutes gibt es schon jetzt auf dem Online-Marktplatz von lokalgold.